Stiftskirche Fröndenberg

(c) Fotos (3-5): Sebastian Wimbert

Klosterkirche und Grabesstätte

Die Kirche wurde ab 1230 als Klosterkirche eines Zisterzienserinnenklosters gebaut. Sie war von Anfang an mit dem märkischen Grafengeschlecht von Altena verbunden und wurde als Grabeskirche genutzt.
Früher war die Empore sicherlich zwei- bis dreimal so groß wie heute.

Sie war den Nonnen vorbethalten und mit einer Reihe von Altären bestückt. Der Marienaltar im Seitenschiff (um 1400) war möglicherweise der Hauptaltar auf der Nonnenempore.

Das Kirchenschiff selber wurde damals vom „normalen“ Volk genutzt. Der Bereich unter der Empore wurde lange als eine Art Krypta ausgewiesen. Hier fanden z.B. einige Grafen von der Mark, aber auch Äbtissinnen ihre letzte Ruhestätte (z.B. Graf Otto – 1262, Graf Engelbert – 1391).

Von hoher Bedeutung ist das gotisch gehaltene Hochgrab des Eberhard II. von der Mark (gestorben 1308) und seiner Frau Irmgard von Berg (gestorben 1293). Letzte Farbreste sind in den Kleiderfalten zu erkennen.

Auffällig die große Grabplatte mit dem westfälischen Balken (Schachbrettmuster), stiller Zeuge der Grafen von der Mark.

Beachten Sie bitte auch das Wandfresko von 1375 und 1400, rechts neben der Orgel. Es gibt Ihnen eine Idee davon, wie die Stiftskirche früher gestaltet war.

 

 

 

 

Vom Kloster zum Damenstift

Nach gut 200 Jahren Klostertätigkeit wurden die Klosterregeln allmählich aufgegeben. Die Einrichtung wurde zu einer Versorgungsstätte für Töchter des südwestfälischen Hochadels.

Zum Stift gehörten das Stiftsgebäude nebenan von 1661 und das Boeslagerhaus von 1783.

Von der Romanik zur Gotik:
Beachten Sie bitte die unterschiedlichen Bögen: im vorderen Teil der Kirche finden Sie Rundbögen (Romanik), im hinteren Teil bereits Spitzbögen (Gotik).

Die Ostwand des Chores weist frühgotische Züge. An der Außenwand oberhalb der Altarfenster finden Sie eine frühgotische Blendrosette. Darüber erhebt sich die Skulptur einer stehenden Madonna mit Kind, zwei Engel halten die Krone, zu ihren Füßen knien ein Mann mit Wandertasche und eine Frau (um 1260).

Nach Westen hin setzt sich die Gotik immer mehr durch.

Von der Romanik zur Gotik

Beachten Sie bitte die unterschiedlichen Bögen: im vorderen Teil der Kirche finden Sie Rundbögen (Romanik), im hinteren Teil bereits Spitzbögen (Gotik).

Die Ostwand des Chores weist frühgotische Züge. An der Außenwand oberhalb der Altarfenster finden Sie eine frühgotische Blendrosette. Darüber erhebt sich die Skulptur einer stehenden Madonna mit Kind, zwei Engel halten die Krone, zu ihren Füßen knien ein Mann mit Wandertasche und eine Frau (um 1260).

Nach Westen hin setzt sich die Gotik immer mehr durch.

Der Marienaltar

Der Marienaltar im Seitenschiff der Stiftskirche ist in seiner Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen. Er ist um 1400 entstanden und wird Konrad von Soest zugeschrieben. Er erzählt einen Marienzyklus und setzt damit kirchliche Legendenbildung und biblisches Material in Farbe um. Die Flügel sind abhanden gekommen. Auffällig: die Stifterin des Altars (Segele von Hamme, 1410-1430) ist im Weihnachtsbild betend abgebildet. Bitte beachten Sie die eigene Broschüre. Sie ist für Euro 5,-- in der Kirche oder über das Gemeindebüro käuflich zu erwerben.

Der Hochaltar

Der Altar wurde als Rokokowerke 1776 aufgestellt. Das Gemälde geht auf den Maler Eicken aus Hildesheim zurück. Die Brüder Droben aus Menden lieferten den Altaraufbau. Der Reichsadler auf dem Altar mit den Initialen FR für Friedericus Rex (Preußenkönig Friedrich) erinnert an die Fürsorgeflicht Preußens gegenüber der Stifskirche seit der Säkularisation von 1803. Die Kirche gehört bis heute dem Land Nordrhein-Westfalen in der preußischen Rechtsnachfolge.

Mauritius/Äthiopien

Eine vielleicht unerwartete Heiligenfigur finden Sie oberhalb des Eingangs zur Sakristei. Sie ist 87 cm hoch und stellt den Stadtheiligen Mauritius dar. Er war zugleich Soldatenheiliger des märkischen Hochadels (1. Hälfte des 15. Jh.).

Unterhalb des Mauritius sehen Sie drei viereckige Nieschen (gotisches Maßwerk aus dem 14. Jahrhundert). Sie wurden früher als Sakraments-nischen für Reliquien und Kultgegenstände genutzt.

Reformation

Aufgrund der politischen Verflochtenheit des Stifts mit den Fürstenhäusern lief die Reformation eher auf dem persönlichen Bereich der Stiftsdamen ab. Schon bald gab es im Stift die katholische, die lutherische und die reformierte Konfession. Die Kirche wird bis heute sowohl evangelischer- wie auch katholischerseits genutzt. Aufgrund der zugewiesenen Gottesdienstzeiten (bis 9.00 Uhr morgens) entschloss sich die katholische Kirchengemeinde schließlich, eine eigene Kirche (St. Marien, 1895) zu bauen. Anschließend wurde der Turm der Stiftskirche gebaut.

Die Orgel

Die Orgel wurde zwischen 1673 und 1692 von der Fa. Bader (Unna) gebaut. Sie umfaßt rund 1600 Pfeifen und hat 2 Manuale, ein Pedal und 25 Register. Sie wurde 1950 von der Fa. Ott, Göttingen, restauriert.

Weitere Informationen hier.


Quelle:  vom  26.09.17    durch  188.165.233.34 ""