Predigtarchiv

Trennung von Kirche und Staat
vom 27.06.13, 11:50    Rubrik: Predigten

Ablauf für „Zeitung und Bibel im Gespräch“ am 30.6.2013

Thema: Trennung von Kirche und Staat ?!


MUSIK


BEGRÜSSUNG

Meine Damen und Herren, herzlich willkommen hier in der Stiftskirche. An jedem 5. Sonntag eines Monats gestalten wir für Sie eine ganze eigene Predigt- und Gottesdienstreihe. Unter dem Leitwort „Zeitung und Bibel im Gespräch“ greifen wir aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und Themen und versuchen darauf, aus der Sicht des Glaubens und der Bibel zu antworten. Heute steht das Schlagwort „Trennung von Kirche und Staat“ im Vordergrund. Diese Zielsetzung wird vor allem auf der politischen Ebene gerne formuliert. Ob nun SPD, FDP oder zuletzt vor allem die Piratenpartei, immer wieder köchelt der Vorwurf, Staat und Kirche seien zu eng miteinander verbunden. Dazu will ich heute versuchen, Stellung zu beziehen. Letzendlich geht es aber nicht nur darum, was wir für gut und richtig halten, sondern was Gottes Wille ist. Vor diesem Hintergrund beginnen wir diesen Gottesdienst mit einem gesungenen Gebet. Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun.


LIED: EG 658


VOTUM

Und so beginnen diesen Gottesdienst im Namen Gottes, der nicht nur der Kirche, sondern der Herr der Welt ist. Im Namen Jesu Christi, der nicht nur für die Gläubigen, sondern für alle Menschen gestorben ist. Und im Namen des Heiligen Geistes, der nicht nur in den Kirchenmauern, sondern auch in der scheinbar gottlosen Welt weht und Gottes Reich aufbaut. Amen.




TEXT

Wir leben

in der Welt.

Wir sind

ein Teil von ihr.

Auch als Christinnen und Christen

leben wir nicht

in einem luftleeren Raum,

sondern immer

in einem ganz bestimmten

Kontext.

Wir sind Teil einer Kultur,

die uns umgibt.

Das Umfeld bestimmt uns,

und wir

bestimmen das Umfeld.

Du, Gott, sagst:

Ihr seid das Salz der Erde.

Ihr seid das Licht der Welt

an dem Ort,

wo ihr wohnt.

Hilf uns zu erkennen,

wie wir Salz sein können

und Licht.

Schenke uns die Fantasie des Glaubens,

damit wir dein Evangelium

und deinen Frieden

in diese Welt

bringen können,

durch Wort

durch Tat.

Du machst uns

zu Botinnen und Boten

der Versöhnung

und zu Zeuginnen und Zeugen

deines Wortes

im Hier und Jetzt.


LIED: EG 433 (Hevenu schalom)


GEBET

Lebendiger Gott,

Staat und Kirche. Zwei Größen, in der wir leben. Wir sind Christen und damit Glieder deiner Kirche. Wir sind aber auch Bürgerinnen und Bürger und damit Teil unserer Gesellschaft und Glieder der weltweiten Gemeinschaft. Manchmal gelingt es uns, beide Größen miteinander zu verbinden. Manchmal kommen wir an unsere Grenzen. Manchmal ergänzen sich Kirche und Staat, manchmal bremsen sie sich einander aus. Wenn wir heute über ein gesundes Verhältnis von Staat und Kirche nachdenken, dann schenke uns dazu deine Weisheit und deinen Weitblick. Gib uns den Mut, unser eigenes gesellschaftliches Umfeld kritisch zu betrachten und Visionen von einer Kirche zu entwickeln, die deinem Willen entspricht. Segne unser Reden, Hören und Schweigen und leite du unsere Gedanken. Amen.


LIED: EG 679 (Und richte unsere Füße)


LESUNG 1: Matthäus 22,17b-21


STILLE


LESUNG 2: Jeremia 29,4-7


STILLE


LESUNG 3: Matthäus 5,13-16



LIED: EG 677 (Die Erde ist des Herrn)


GLAUBENSBEKENNTNIS (Lesung aus der Barmer Theologischen Erklärung. S. 1378, Thesen 2+5)


LIED: EG 675 (Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen)


THESEN und ANTITHESEN zum Thema „Trennung von Kirche und Staat“, dazwischen 1 x Klavierimprovisation (je 1 ½ Minuten)


These 1: Staat und Kirche müssen endlich voneinander getrennt werden.

Diese These, so scheint mir, ist in der Sache wenig durchdacht. Er unterstellt ein scheinbar grenzenloses Miteinander von Kirche und Staat. Der deutsche Staat versteht sich nämlich weltanschaulich neutral. Umgekehrt aber garantiert er allen Bürgerinnen und Bürgern ihre Glaubensfreiheit. Der Artikel 4 des Grundgesetzes lautet: "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet."

In Deutschland gibt es keine Staatskirche – wie etwa in England oder den meisten nordischen Ländern; es ist viel eher von einer ganz besonderen partnerschaftlichen Kooperation der beiden Institutionen zu sprechen.


Weiterhin ist in Artikel 140 des Grundgesetzes das kirchliche Selbstbestimmungsrecht geregelt: "Jede Religionsgemeinschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig … ohne Mitwirkung des Staates und der Bürgerlichen Gemeinde." Der Begriff "Trennung" kommt im Grundgesetz nicht vor, vielmehr geht es um die Unabhängigkeit der Kirche vom Staat und des Staates von der Kirche.



These 2: Diese besondere Kooperation von Kirche und Staat ist historisch überholt und muss abgelegt werden.

Das mag sein, dass das Modell der Volkskirche gesellschaftlich überholt ist. Aber immerhin müssen wir wertschätzen, dass es auch historisch gewachsen ist. Mit dem Zusammenbruch des Kaiserreiches und der Abschaffung des landesherrlichen Kirchenregimentes musste die Weimarer Republik ab 1919 das Verhältnis zu den Kirchen und Religionsgemeinschaften neu bestimmen. Einige dieser Regelungen wurden 1949 einfach ins Grundgesetz übernommen. In der Tat muss heute geprüft werden, ob die einzelnen Bestimmung möglicherweise „überholt“ sind. Aber nur weil manche Verabredungen mittlerweile fast 100 Jahre alt sind, sind sie noch nicht schlecht.

Festzuhalten ist: die Struktur der Volkskirche und das für die Bundesrepublik typische Verhältnis von Kirche und Staat sind geschichtlich gewachsen und Ausdruck der Kultur zumindest der letzten Jahrzehnte.

Sie sind aber weder göttlich, noch biblisch vorgegeben. Sie sind eine sicherlich sinnvoll, aber nicht unbedingt notwendige Momentaufnahme der aktuell geschichtlichen Situation in unserem klar umschriebenen gesellschaftlichen Umfeld.


These 3: Ein weltanschaulich neutraler Staat braucht keine Religionen.

Das sehe ich anders. Die unterschiedlichen Religionen bereichern geradezu das soziale Gefüge eines Staates. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Jesu Aussage über uns Christen bis heute Aktualität hat. „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt“. Menschen, die an Gott glauben und ihm mit ihrem Lebensstil nachfolgen, bringen in der Regel das Prinzip der Liebe, der Versöhnung, der Vergebung und der Verantwortung in das Alltagsgeschehen mit ein. Und allein, dass es Menschen gibt, die an Gott glauben, erinnert daran, dass ein staatliches Gebilde immer nur vorläufig ist.

Übrigens glaube ich, dass auch andere Religionen, wie zum Beispiel der Islam, in ähnlicher Weise eine Gesellschaft bereichern. Das gilt aber nur, wenn die entsprechende Religionsgemeinschaften – Christentum oder Islam - nicht fanatisch ihren Glauben leben.


These 4: Die Kirche ist schon längst keine Volkskirche mehr. Von daher muss der Staat endlich aufhören, Dienstleister zu spielen und Kirchensteuern einzutreiben.


Der erste Teil dieser These ist richtig. Die Kirche verliert von Jahr zu Jahr Mitglieder und ist schon längst keine Volkskirche mehr. Hier in Fröndenberg sind es vor allem demografische Gründe, warum die Zahl der Mitglieder stetig sinkt. In unserer Gemeinde haben wir etwa einen Kirchenaustritt im Monat. Dem steht aber in der Regel auch ein Kircheneintritt monatlich gegenüber. Dennoch haben auch wir in den letzten Jahren rund 800 Gemeindeglieder verloren, weil mehr Menschen gestorben sind als geboren wurden.


Es ist auch richtig, dass alle Mitglieder der evangelischen und katholischen Landeskirche Kirchensteuern zahlen müssen, sofern sie ein Mindesteinkommen überschreiten. Die Abwicklung des Einzuges der Steuern lässt sich der Staat allerdings bezahlen. Und das nicht zu knapp. Die Kirche hat dadurch den Vorteil, langfristig planen und Großprojekte wie Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten eben langfristig finanzieren und absichern zu können.


Gleichzeitig besteht darin eine große Gefahr. Durch diese langfristige Bindung und Verpflichtungen hat die Kirche in vielerlei Hinsicht verlernt, auch hinsichtlich der Finanzen auf Gott zu vertrauen. Wie heißt es im Matthäusevangelium? Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Wer nur noch auf das Geld schielt und nicht mehr damit rechnet, dass Gott uns auch mit den materiellen Dingen versorgen kann, hat eine entscheidende Ebene des christlichen Glaubens verloren. Wir müssen wieder neu lernen, dass Gott uns auch in Zeiten schwindender finanzieller Mittel helfen kann.


These 5: Der Staat gibt der Kirche viel zu viele finanzielle Mittel im Bildungsbereich. Er räumt der Kirche damit viel zu viel Macht und Einfluss ein.


Es ist richtig, dass es allein über 8000 evangelische Kindertagesstätten in der Bundesrepublik gibt, die sich um Hunderttausende von Kindern kümmern. Zusätzlich sind die christlichen Schulen und Ausbildungsstätten zu nennen.


Aber es ist natürlich umgekehrt die Grundidee des deutschen Staates, die sozialen Aufgaben nicht alleine zu stemmen, sondern gemeinsam mit verschieden Wohlfahrtsverbänden zu schultern. Namentlich sind da die AWO, das Rote Kreuz, der Caritas-Verband, die Diakonie, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland zu nennen. Wenn Sie zum Beispiel nach Dellwig schauen, dann sehen Sie, dass der Kreis Unna einen seiner Kindergärten in die Hände des Roten Kreuzes übergeben hat.

Wenn evangelische und katholische Kirchengemeinde Träger von Kindergärten sind, dann übernimmt die öffentliche Hand zwar einen Großteil der Kosten. Für den Staat ist eine solche Kooperation aber immer noch preisgünstiger als die komplette Trägerschaft, zumal gerade bei kirchlichen Kindergärten auch zusätzliches ehrenamtliches Engagement eingebunden werden kann.





These 6: Es ist ein Skandal, dass der Staat auch über den sozialen Bereich hinaus viele Zahlungen an die Kirche leistet.

Ich gebe zu: auch ich verstehe nicht, warum der Staat zum Beispiel die Gehälter von einigen Bischöfen bezahlt und die Kosten für Militär- oder Justizseelsorger übernimmt. Offensichtlich ist ihm bis zum heutigen Tag dieser Dienst der Kirche wichtig.

Auch wir hier in Fröndenberg profitieren von solchen Extra-Zahlungen. Die Instandhaltungskosten für die Stiftskirche übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen zu 100 %, die der Dorfkirche Bausenhagen zu 2/3. Noch seltsamer erscheint es, wenn ich Ihnen sage, dass das Land auch die Kosten unseres Wohnhauses in Westick zu 100 % trägt, obwohl dieses in den 70er Jahren gebaut wurde. Dieses Konstrukt resultiert immer noch von der Verstaatlichung vieler Kirchenbesitztümer am Anfang des 19. Jahrhunderts. Und eine seltsame Blüte unserer deutschen Kultur ist nun mal das Vertragswesen. Vertrag ist Vertrag. Wenn erst mal ein Vertrag geschlossen ist, muss er auch eingehalten werden. Ich verweise zum Beispiel an die umstrittene Bahnunterführung beim Rathaus hier in Fröndenberg. Keiner will sie, aber weil ein uralter Vertrag besteht, wird sie trotzdem irgendwann kommen.


These 7: Die Christen sollen sich um ihren eigenen Kram kümmern und sich nicht in die Politik einmischen.

Kirche, das sei in der Tat betont, ist keine politische Partei und soll auch keine Parteipolitik betreiben. Weil wir Christen aber an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erden glauben und daran, dass er der Herr der ganzen Welt ist, muss unser Glaube auch politisch bzw. gesellschaftsbezogen sein. Wer sich nur auf Spiritualität zurückzieht, macht Gott kleiner als er ist. Der Kirche kann die Welt, in der sie lebt, nicht egal und die Gesellschaft, in der sie existiert, nicht gleichgültig sein. Die Kirche Jesu Christi lebt von der sogenannten Missio Dei her, von Gottes Bewegung hin zu den Menschen. Ihre Aufgabe ist es, in diese Bewegung einzutauchen und Gottes Liebe, die allen Menschen und der ganzen Schöpfung gilt, zu bezeugen und durch bestimmte Lebensformen auszudrücken. Damit ist die Kirche immer politisch, manchmal konservativ, manchmal progressiv. Aber nie rechts. Weil das rechte Gedankengut Menschen aufteilt in Menschen erster und zweiter Klasse und bestimmten Volksgruppen die Liebe und Anerkennung verweigert.


These 8: Die Kirche soll endlich begreifen, dass sie ihren politischen Einfluss und ihre gesellschaftliche Stellung verloren hat. Sie soll sich endgültig zurückziehen.

Das mag sein, dass die Kirche Jesu Christi an politischen Einfluss verloren hat. Es kann auch sein, dass ihre gesellschaftliche Akzeptanz schwindet. Aber ist das entscheidend? Vielleicht kann sie sich ja dadurch darauf zurückbesinnen, dass ihr eigentliches Wesen nicht durch Machtausübung gekennzeichnet wird. Wie hat schon Jesus zu seinen Nachfolgern gesagt (Matthäus 20,25): Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht unter euch sein. Sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht. Wenn die Kirche Macht und Einfluss verliert, hört sie nicht auf Kirche zu sein, sondern entdeckt vielmehr wieder die ureigene Kraft des Dienens. Und die Kirche braucht auch nicht politischen Einfluss, um das Reich Gottes aufzubauen. Ihre größte Stärke ist immer noch das Gebet, das die Welt verändern kann.


These 9: Viele Kriege und Krisen sind bis zum heutigen religiös motiviert. Dadurch wird der schlechte Einfluss der Religionen auf das Miteinander in der Welt deutlich.

Ja, es ist eine Schande, dass bis zum heutigen Tag manche Konflikte religiös motiviert sind. Wenn das geschieht, machen wir Menschen uns schuldig und treten das Wort Gottes mit Füßen. Das gilt für uns Christen ebenso wie für Muslime. Frieden und Gerechtigkeit sind Grundprinzipien christlichen Handelns, und die Liebe Gottes, die allen Menschen gilt, verbietet es uns, andere Menschen physisch oder psychisch zu verletzen oder zu erniedrigen.

Jesus Christus bringt das mit folgenden Worten auf den Punkt: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Religiös begründete Gewalt muss in jeder Hinsicht abgelehnt werden. Sie ist eine Perversion der Liebe Gottes zu uns Menschen.


These 10: Es gibt keinen Grund mehr, warum die christlichen Kirchen gegenüber anderen Religionsgemeinschaften bevorzugt behandelt werden.

Im Grunde genommen stimme ich dieser These sogar zu. Der einzige Grund, der herangezogen werden kann, ist ein historischer, dass nämlich die christlichen Werte in der Vergangenheit maßgeblich das Grundgesetz und damit die Verfassung unseres Landes mit geprägt haben. Nichtsdestotrotz verändert sich Gesellschaft. Wenn wir das Grundgesetz ernst nehmen, nämlich dass alle Menschen in Deutschland die gleichen Rechte haben, ist es im gewissen Sinne logisch, dass auch andere dauerhafte Religionsgemeinschaften Steuern einziehen und Religionsunterricht erteilen dürfen. Und der Wert des Christentums liegt doch nicht darin, dass er einen gesellschaftlichen Alleinanspruch hat, sondern zeitgemäße Ausdrucksform des Evangeliums Jesu Christi ist.


These 11: Und wenn sich dann doch irgendwann die politischen Mehrheiten darauf einigen sollten, die Kooperation mit den Kirchen aufzugeben, was passiert dann?

Dann wird sich in der Tat die äußere Form der Kirche grundlegend ändern. Dann wird es vielleicht keine evangelischen Krankenhäuser, Beratungsstellen, Kindergärten und Kirchenkreise mehr geben. Wahrscheinlich wird dann auch die Zahl der Gemeinden, Pfarrerinnen und Pfarrer, Kirchenmusiker etc. zurückgehen.


Aber bitte, das eigentliche Wesen der Kirche bleibt. Selbst ohne Geld, ohne Kirchengebäude, ohne Gemeindehäuser, ohne Kindergärten bleibt die Kirche Kirche Jesu Christi. Denn dort geschieht Kirche, wo Menschen zusammenkommen, um dem Vater Jesu Christi die Ehre zu erweisen und ihm nachfolgen. Das Entscheidende der Kirche Jesu Christi ist nun wirklich nicht die äußere Gestalt. Die ist immer nur vorläufig und ein Ausdruck der Zeit. Das Entscheidende ist und bleibt Jesus Christus selber, die verkörperte Liebe Gottes zu uns Menschen.


Schon in der Confessio Augustana, in einer uralten Bekenntnisschrift der Kirche heißt es: Es wird auch gelehrt, dass allezeit eine heilige, christliche Kirche sein und bleiben muss, die die Versammlung aller Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden. Denn das genügt zur wahren Einheit der christlichen Kirche, dass das Evangelium einträchtig im reinen Verständnis gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden. In diesem Sinne mache ich mir keine Sorgen um die Kirche Jesu Christi. Egal welcher politische Wind auch weht, es wird immer Menschen geben, die an Jesus Christus glauben, ihm nachfolgen und in der Nachfolge Kirche leben.


Von daher schließe ich mit der ersten Strophe des folgenden Liedes:


Es mag sein, dass alles fällt, dass die Burgen dieser Welt um dich her in Trümmern brechen. Halte du den Glauben fest, dass dich Gott nicht fallen lässt: Er hält sein Versprechen. Amen.


LIED: EG 378 (Es mag sein, dass alles fällt)


ANSAGEN


GEBET

Guter Gott,

zunächst einmal möchte ich dir Dank sagen, dass wir das Privileg haben, in Deutschland leben zu dürfen. Wir erleben seit fast 70 Jahren einen stabilen Frieden. Wir haben Presse-, Meinungs- und Religionsfreiheit. Unser Staat übernimmt wie kaum ein andere eine soziale Verantwortung. Wir sind als Bürgerinnen und Bürger an der Demokratie beteiligt und dürfen uns einbringen mit unseren Gaben. Das natürliche Umfeld ist wunderschön und hoch geachtet. Danke Gott, dass wir in einem wunderbaren Land leben dürfen.


Guter Gott,

gleichzeitig machen wir uns Sorgen. Das Geld scheint immer mehr Macht zu bekommen. Das innere Gefüge scheint abhängig zu sein von den Gewinnen oder Verlusten der Großbanken. Der Handel und die Wirtschaft werden immer globaler. Woanders müssen Menschen unter übelsten Bedingungen arbeiten, nur damit wir hier kostengünstig einkaufen können.


Guter Gott,

mach uns zu Werkzeugen deines Friedens, deines Rechtes und deiner Gerechtigkeit. Stärke uns im Glauben und öffne uns die Augen für deine Idee von Leben. Lass uns wachsam und aufmerksam durch die Welt gehen und zeige uns, wo wir in deinem Namen und in der Logik unseres Glaubens gegen Ungerechtigkeit aufstehen und uns gegen die Missachtung von Menschenrechten einsetzen müssen. Mache uns sensible für die Bewahrung deiner wunderbaren Schöpfung.

Schenke doch, dass wir glaubwürdige Nachfolgerinnen und Nachfolger deines Wortes sind, die zur rechten Zeit schweigen und im richtigen Moment den Mund aufmachen und handeln. Lass durch unser Leben dein Reich sichtbar werden.


VATER UNSER im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen; denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN – MUSIK - RAUM für Gespräche und Austausch






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Stand:  18.04.2010 21:58