Predigtarchiv

Rabe Rudi hat keine Lust auf Weihnachten
vom 24.12.12, 11:50    Rubrik: Predigten
ANSPRACHE  R: Alle Jahr wieder. P: Das hört sich aber nicht sonderlich begeistert an. R: Das stimmt. Alle Jahre wieder. P: Hey, hey, nicht so verächtlich. R: Ach, mich stört das. Immer diese Geschenke.  P: Wieso? Was meinst du? R: Von meinem Nest aus kann ich euch gut beobachten. Was habt ihr euch wieder für einen Stress gemacht. P: Ich verstehe nicht? R: Selbst heute morgen sind noch Leute losgerannt, um Geschenke zu kaufen. Und... P. Was und? R: Wahrscheinlich konnten welche heute Nachmittag nicht in den Gottesdienst kommen, weil sie ihre Geschenke noch nicht eingepackt hatten. P: Die können ja um 23.00 Uhr auch noch in die Kirche kommen. R: Papalapp. Und übrigens: wir Raben, wir kriegen mal wieder nichts ab.  P: Aber wir hängen doch immer Vogelfutter raus. R: Ach, du meinst diesen Meisenkram?  Hast du schon mal einen Raben an den kleinen Kugel picken sehen? Nein, nein. Ihr schenkt immer nur euch selber was, und den kleinen Vögeln. Aber uns Raben vergesst ihr. Ihr könntet ja mal ein paar Regenwürmer einpacken oder ein paar faule Äpfel oder ein paar zappelige Käfer. P: Iiih. R. Siehst du. Da haben wir den Salat. Ich habe die Schnauze voll. Weihnachten fällt aus. Genau. In diesem Jahr gibt es kein Weihnachten. Weihnachten fällt aus. Basta. P: Aber Rudi, willst du dir das nicht noch mal überlegen?  R: Nein, die Sache steht fest. Weihnachten fällt aus.  KINDERCHOR: Nur Geschenke, nur Geschenke! ANSPRACHE Teil 2:  P: Du Rudi? R: Ja, was ist denn? P: Da fällt mir was ein. Kennst du Willibald? R: Willibald? Meinst du den Waschbär Willebald? P: Nein, den Hirten Willibald. R: Den Hirten Willibald.  P: Nee, den kenn ich nicht. Kennt ihr den? P: Also, der Hirte Willibald, der hatte auch keine Lust auf Weihnachten.  R: Keine Lust auf Weihnachten? gibt’s denn so was? R: Hast du schon wieder deine Meinung geändert? R: Ach, nee, du hast recht. Den find ich gut den Williwald. P: Willibald. Dieser Willibald gehörte nämlich auch zu den Hirten von damals in der Nacht, als Jesus geboren wurde. Der hatte es sich so richtig gemütlich gemacht. In seinen Decken. Am Feuer. Und war richtig tief eingeschlafen. R: Und dann? P: Auf einmal war es hell, mitten in der Nacht. Und überall war Gesang. Und als er sich die Augen rieb, dann sah er ganz viele Engel über sich. Und die riefen ihm und anderen zu: Fürchtet euch nicht; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr. R. Und dann? P: Die anderen Hirten sprangen auf. Sie suchten nach Geschenken. Der eine fand ein Schafsfell. Der andere eine Lampe. Der dritte einen schönen Stein. Der vierte ein Fladenbrot. Nur Willibald R: Der fand natürlich nichts. Typisch Mann! P: Genau. Der ärgerte sich auch. Wie zu Hause. Wenn ich meine Frau Geburtstag hat, weiß ich auch nie, was ich ihr schenken soll. R: Und die anderen Hirten? P: Die liefen schon mal los. Nur Willibald, der suchte und suchte und suchte und fand kein Geschenk.  R: Und dann hatte er keine Lust auf Weihnachten.  P: Genau wie du. Immer diese Geschenke. Ich hab keinen Bock mehr. Warum Weihnachten? Muss das denn sein... R: Und die Engel? P: Die Engel waren immer noch da. Trotz seiner schlechten Laune. Und sie sangen ihm ein Lied. KINDERCHOR: Frohlocket ANSPRACHE Teil 3:  P: Und so machte sich Willibald dann doch auf. Er lief hinter den anderen Hirten nach.  R: Wahrscheinlch schlecht gelaunt. P: Und missmutig. Immer diese Geschenke. Kann man die nicht abschaffen. Das ist nichts für Männer, und für Hirten schon gar nicht. Diese blöden Schaffelle, diese blöden Lampen, diese blöde Steine und Fladenbrote. Die kann sowieso keiner gebrauchen.  R: Und so kam er zum Stall. P: Zum Stall von Bethlehem. Williwald war richtig genervt von diesem Weihnachtstag. Von wegen, euch ist heute der Heiland geboren. Er kam zum Stall. Die Hirten waren schon drin. Er öffnete die Tür, nur einen Spalt breit. Er hatte die Tür ein klein wenig geöffnet, aber schon fiel ein unglaublich angenehmes Licht auf ihn. Eine Atmopshäre umhüllte ihn, die er noch nie erlebt hatte. Er spürte einen Frieden, einen tiefen Frieden, obwohl der das Jesuskind noch nicht gesehen hatte. Für ihn war klar: das ist ein ganz besonderer Moment, ein heiliger Moment. Hier ist ein Wunder geschehen. Hier ist Gott am Werk. Welch eine wundersame Nacht. KINDERCHOR: Welch eine wundersame Nacht ANSPRACHE Teil 4:  P: Und dann trat Willibald an die Krippe heran. Er sah R: das Kind, das Kind in Windeln gewickelt. P: Und gleichzeitig spürte er: heute hat Gott seinen Fuß auf die Erde gesetzt.  Im gleichen Moment erschrak er. R: Warum? P: Zu mich schlecht gelaunten und miesepetrigen Hirten kommt Gott? Unmöglich. Gott dreht sich bestimmt voller Ärger vor mir weg. Er will bestimmt mit mir nichts zu tun haben. Aber dann R: Was dann? P: Dann strahle das Jesuskind ihn voller Wärme und Zuneigung an. Da wusste Willibald. Gott hat auch mich lieb. Und das ist sowieso das größte Geschenk, das mir jemals einer machen kann. R: Und die anderen Hirten? P: Die legten ihre Geschenke ab. Das Schafsfell. Die Lampe. Den Stein und das Fladenbrot. Und als Willibald an der Reihe war, da sagte er nur still danke, und er wusste, dass dieses Geschenk ausreicht.  R: Eine schöne Geschichte. P: Ich habe sie für dich erzählt. R: Für mich, warum? P: Weil du doch keine Lust auf Weihnachten hast. Immer diese Geschenke.. R: Ach so, und du meinst, P: Ich meine, dass das wichtigste an Weihnachten nicht die Geschenke sind, sondern das Jesus Christus uns anlächelt und sich freut, wenn wir an seinen Stall treten. R: Das finde ich gut. Auch mit leeren Händen kann für uns Weihnachten werden, wenn wir nur diesen Jesus anschauen. P: Genau, das gilt für dich und euch Raben und für uns Menschen, ob wir wir uns nun auf Weihnachten freuen oder ob wir keine Lust darauf haben.  R: Das Entscheidende ist, dass Gott uns anlächelt und zu uns kommt. P: Das ist das größte Geschenk, das wir jemals in Empfang nehmen können.  KINDERCHOR: Kleine Glöckchen 





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Stand:  18.04.2010 21:58