Predigtarchiv

Texte zur Konfirmation (Görler)
vom 21.04.12, 13:37    Rubrik: Predigten
Meine Konfirmandenzeit 1 ½ Jahre. Mal ganz lustig, mal ganz ernst. Mal interessant. Oft langweilig. Eine Zeit mit alten und neuen Freunden, oder mit Jugendlichen, dich nicht leiden mag. Eine Zeit mit der Kirche, mit ihren oft schwer verständlichen Traditionen, mit ihren Gruppen und Kreisen, mit ihren Themen. Eine Zeit mit dir, Gott. Denn immer und immer wieder haben wir von dir gehört. Wir haben über dich nachgedacht, haben wir zu dir gebetet, haben Fragen des Glaubens kreativ gestaltet.  Wir haben Glauben gewagt, ganz vorsichtig, und Zweifel beim Namen genannt. Uns ist aufgefallen: wer glauben kann, der hat einen Schatz im Leben. Aber Glaube ist leider nicht einfach. Die Fragen bleiben, die Zweifel, die vielen Argumente dagegen. Meine Konfirmandenzeit. 1 ½ Jahre. Eine Zeit, in der du, Gott, mich gesehen hast, in der du, Gott, mich begleitet hast, in der du, Gott, mich angestoßen hast. Diese Zeit, sie ist nun vorüber. Sie kommt auch nicht wieder zurück. Und doch vertraue ich, dass du, Gott, auch in den nächsten Zeiten an meiner Seite bist. Denn auch über meine Konfirmation hinaus sagst du Ja zu mir. Dafür danke ich dir. GEBETE der Konfirmanden Guter Gott, in meiner Konfirmandenzeit habe ich viel von dir gehört. Ich habe erkannt, wie wichtig es ist, etwas zu haben, woran man sich festhalten kann, wenn das Leben einen zu Boden wirft. Ich denke, der Glaube, also Gott, könnte so etwas sein. Guter Gott, in meiner Konfirmandenzeit habe ich viel von dir gehört. Mir ist dabei wichtig geworden, dass dass du, egal wo ich gerade bin, mich siehst und leitest. Deshalb kann ich ohne Ängste durch das Leben gehen. Guter Gott, in meiner Konfirmandenzeit habe ich viel von dir gehört, dass du jeden magst, egal was er macht oder getan hat; das finde ich echt stark von dir. Guter Gott, in meiner Konfirmandenzeit habe ich viel von dir gehört, dass du immer bei mir bist, mich verstehst, mich unterstützt und mir bei meinen Problemen hilfst. Auch wenn ich nicht dauerhaft an dich denke, will ich, dass du mich nie vergisst und auch in schlechten Zeiten an mich denkst. Guter Gott, in meiner Konfirmandenzeit habe ich viel von dir gehört, dass du immer bei mir bist, mich verstehst, mich unterstützt und mir bei meinen Problemen hilfst, und mir Mut machst und mich nie vergisst. Amen. 
ANSPRACHE zur Konfirmation Ihr könnt ja sagen was ihr wollt. Ich finde, ihr habt eine abwechslungsreiche Konfi-Zeit gehabt. Und ihr habt ihr kleine und große Kunstwerke geschaffen, die sich wirklich sehen lassen können. Gestern Abend haben wir ja noch mal eine ganze Reihe von Fotos durchlaufen lassen als kleine Erinnerung an das, was ihr mit euren eigenen Händen hergestellt habt. Zum Beispiel die Ölbilder, die ihr gemalt habt. „Gott ist wie Licht“ war das Thema, und ihr habt strahlende, aussagekräftige Gemälde hergestellt. Oder eure Holzkreuze. Jedes für sich ein großartiges Kunstwerk. Ich habe noch das eine Kreuz vor Augen mit einem Verband umwickelt und mit Pflastern versehen. Jesus heilt mir meine Wunden, war das selbstgewählte Unterthema. Dann die Werbewand in Westick. Endlich mal legal mit Graffiti sprühen. Über Wochen erinnerte euer farbenfrohes Werk die vorbeifahrenden Autofahrer daran: Die Erde ist Gottes Geschenk an uns. Geht sorgsam damit um. Oder die Müllaktion. Aus Müll wird Kunst. Da sind schon tolle Sachen rausgekommen. Zum Beispiel mannshoch das Brandenburger Tor mit einem Kinderwagen auf zwei Etagen Mülleimer. Dann im Herbst die Aktion mit den Rohsärgen. Ihr habt sie bemalt und habt sie zu einem Bekenntnis werden lassen, dass der Tod der Übergang zum Leben bei Gott ist. Ich weiß nicht, ob ihr die Geschichte kennt: die Särge wurden ja in der Trauerhalle in Bausenhagen zwischengelagert und haben wohl Einbrecher in die Flucht geschlagen.  Oder zuletzt eure Geschenke an euch. Aus Modelliermasse habt ihr euch ein Geschenk zur Konfirmation geknetet:  eine belegte Pizza war dabei oder ein punkt11-Zeichen, eine Kreuz oder ein gemütlicher Sessel, leider zu klein, um wirklich darin zu chillen. Wie gesagt, ihr habt wirklich tolle Kunstwerke geschaffen, die für eine begrenzte Zeit ihren Wert hatten wie zum Beispiel die Werbewand in Westick oder auch für immer. Das liegt nun auch an euch. Selbst gestern Abend zum Konfirmationsabendmahl seid ihr noch einmal kreativ geworden. Ihr habt innerhalb kürzester Zeit kleine Bildchen gestaltet, die dann so zusammengeklebt wurden, dass ein großes Bild entstand.  Schaut her, was daraus entstaanden ist. Ich finde, diese letzte Kunstwerk, das ihr gestaltet habt, drückt aus: das, was ihr schafft, ist ein Teil eines großen Kunstwerkes. Oder, noch weiter ausgeholt, ihr selber habt nicht nur Kunstwerke geschaffen. Ihr selber seid ein wunderbares Kunstwerk. Und zwar ein Kunstwerk Gottes.  Ganz am Anfang dieses Gottesdienstes habe ich ein Bibelwort zitiert aus der sogenannten Schöpfungsgeschichte. Gott hat die Welt in sieben Tagen geschaffen, und am Ende hat er sich alles angeschaut, den Himmel und die Erde, die Meere und das Festland, die Blumen, die Tiere und die Menschen. Ein Strahlen ging über sein Gesicht und er kam zu dem Schluss: Alles, was ich gemacht habe, ist wunderschön. Und damit ist ausgedrückt, dass Gott auch ein Strahlen auf dem Gesicht hat, wenn er euch anschaut. Er reibt sich vor Freude die Hände und stellt fest: diese jungen Leute, die heute in der Stiftskirche konfirmiert werden, die sind mir besonders gut gelungen. Die gefallen mir besonders gut. Die sind einfach super, und ich mag sie so wie sie sind.  Ihr habt nicht nur Kunstwerke geschaffen. Ihr seid auch ein Kunstwerk. Ein Kunstwerk Gottes. Eine wertvolle, wunderbare, geliebte Schöpfung Gottes.  Anfang April hatten wir zur Vorbereitung unserer Tansania-Fahrt einen Sprachkurs in Bethel. Dort haben wir über Gott nachgedacht und über uns Menschen. Wir haben dafür ein Bild verwendet, das der damalige Prophet Jeremia geprägt hat. Er sprach von Gott als einem Töpfer und von uns Menschen als einem handgemachten Krug. So wie ihr die Modelliermasse in eure Hände genommen habt, um etwas ganz Besonderes zu formen und zu gestalten, so hat Gott euch in die Hände genommen und etwas ganz Besonderes gestaltet.  Nun ist das nur ein Bild. Klar. Und jedes Bild hat seine Grenzen. Und trotzdem wird damit ausgedrückt, wie wertvoll ihr seid, einmalig halt. Mit wie viel Liebe ihr geschaffen seid und dass euer Leben auch einen ganz bestimmten Zweck hat. Gott hat euch geschaffen, damit ihr die Welt reich macht.  Das hört sich so banal an, so nebensächlich, so unbedeutend. Ist es aber gar nicht. Wenn Gott zu euch sagt, „Du bist wunderbar und wertvoll geschaffen“, dann kann das ein ganzes Leben prägen. Denn wie oft erlebt ihr in eurem Umfeld genau das Gegenteil. Es vergeht kein Tag an der Schule, an dem ihr nicht leistungsmäßig eingestuft werdet. Und ihr könnt dankbar sein, wenn ihr hier mal ein „sehr gut“ oder ein „gut“ bekommt und nicht nur „ausreichend“, „mangelhaft“ und „ungenügend“. Denn das kann ganz schön nerven. Oder zu Hause. Da wird dieses von euch erwartet und jenes müsst ihr leisten. Und manchmal kommt ihr damit ganz schön an eure Grenzen. Oder im Sportverein. Ihr müsst gut sein. Ihr müsst fit sein. Bewegungslahme werden in der Mannschaft nicht gebraucht.  Und das geht so weiter. Wenn ihr erst mal eine Ausbildung macht, wenn ihr im Berufsalltag euren Mann oder eure Frau stehen müsst, auch dann müsst ihr schaffen und leisten und top sein.  Und wie viele Menschen leiden darunter, dass sie in der Schule, in der Freizeit, zu Hause, im Beruf nicht den Erwartungen entsprechen und schlecht beurteilt werden. Bei Gott wird euch das nicht passieren. Er schaut euch an und sagt: Sehr gut! Und siehe, es war sehr gut. Bei ihm bekommt ihr die Note eins. Und das macht Mut. Das verleiht Flügel, mehr Flügel als Red Bull. Das tut einfach nur gut.  Und Kunstwerke sind dafür da, andere Menschen zum Nachdenken zu bringen. Es gibt Kunstwerke, die einfach nur schön sind und gefallen. Es gibt andere Kunstwerke, die wollen provozieren. Auch ihr seid Kunstwerke, Kunstwerke Gottes. Ihr seid etwas Besonderes, nicht Null-Acht-Fünfzehn-Werke. Und von daher wünsche ich euch auch dieses Selbstbewusstsein. Die Welt braucht euch. Die Kirche braucht euch. Wir Erwachsenen brauchen euch. Und bitte, lebt ein Leben, das uns zum Nachdenken bringt. Seid nicht harmlos oder langweilig oder so schrecklich angepasst. Bringt uns mit eurem Leben zum Nachdenken. Macht mit in der Kirche und hinterfragt uns. Bereichert uns als Kirche mit eurem Glauben. Diskutiert mit uns Erwachsenen über die Politik unseres Landes. Zeigt Profil. Seid ein interressantes Kunstwerk, das was zu sagen hat. Menschen ohne Rückrat, Menschen, die nichts anzubieten haben. Wir brauchen eure Ecken und Kanten, eure Ideen und Gedanken, euren Glauben und eure Gebete, damit die Welt zukünftig jeden Tag ein bisschen besser wird, menschenfreundlich und gerecht, friedvoll und nachhaltig.  Und bei allem bitte ich euch, nicht zu vergessen: ihr seid bereits Kunstwerke. Ihr müsst es nicht noch werden. Ihr seid einmalig, von Gott wunderbar geschaffen. Ihr seid und bleibt wertvoll. Ein Unikat. Etwas Wunderbares. Und hat euch auch weiterhin in seiner Hand.  Er gestaltet euer Leben auch in Zukunft mit Farben. Wie in dieser kleinen Anspielszene ausgedrückt. Er war nicht nur der Schöpfer am Anfang der Zeit. Er war nicht nur der Schöpfer mit eurer Geburt. Er ist ein Meistermaler auch im Hier und Jetzt. Vertraut darauf. Gott selber ist lebendig. Er ist da, mitten in eurem Leben. Er bringt, wenn ihr es zulasst, Farbe in euer Leben. Er kann euch helfen, auch zukünftig etwas Besonders zu sein. Denn Farbe kommt in mein Leben, Farbe kommt in mein Leben, wenn der Meistermaler malt. Und der Meistermaler, das ist niemand anderes als Gott allein. Er ist für euch da, heute und morgen und euer ganzes Leben lang. Daran erinnert euch die Konfirmation.  TEXTE der Konfirmanden zum Konfirmationssegen Im Rahmen meiner Konfirmation werde ich gesegnet. Ich erwarte davon,... * dass ich immer Gottes Segen bei mir habe, * dass Gottes Segen über mich wacht und mir hilft, wenn ich Hilfe brauche * dass ich immer mit Gott reden kann, * dass ich von Gott geliebt werde, * dass dieser Segen mich vor ein paar Fehlern bewahrt und mir die Richtung zeigt, * dass Gott mir weiterhin was beibringt und mir in schwierigen Situationen hilft * dass ich nun in der Kirche bin und Gott von nun an noch mehr mich auf meinem Weg begleitet, * dass  ich näher mit Gott verbunden bin * dass ich den Segen für immer in mir trage und ihn spüre, dass Gott bei mir bleibt und ich eine Erinnerung an ihn und meine Konfirmation in mir trage, * dass dieser Segen nie verloren geht, * dass ich mich immer an diesen Tag erinnere und an die schöne    Konfirmationszeit; der Segen soll mir eine beschützende Hand bieten KONFIRMATIONSVERSPRECHEN Wenn ich euch jetzt gleich frage, ob ihr zu Jesus Christus Ja sagen könnt, ob ihr an ihr glauben und ihm vertrauen wollt, dann erwarte ich von euch eine ehrliche Antwort. Schert euch nicht darum, was die anderen denken und sagen, vielleicht die, die gerade neben euch stehen, sondern überlegt für euch selber, was eure persönliche Haltung ist. Aber selbst, wenn ihr das „Ja, mit Gottes Hilfe“ nicht mitsprechen könnt, seid euch sicher: Gottes Segen kann ich euch wirken, auch wenn ihr noch nicht glauben könnt.  Ihr habt in der Schule, zu Hause und zuletzt an den Konfirmandennachmittagen und in den verschiedenen Gottesdiensten  viel von Gott und von seinem Sohn Jesus Christus gehört. Immer und immer wieder haben wir euch erzählt, dass er euch liebt und mit euch zu tun haben möchte. Ihr habt Geschichten aus der Bibel kennengelernt, die von Gott berichteten. Wir haben miteinander Ausdrucksweisen christlichen Glaubens eingeübt. Ihr habt Bilder gemalt und Kreuze gestaltet, um euren eigenen Glauben Farben zu verleihen.  Nach diesem gemeinsamen Weg frage ich euch nun dich und dich und dich ganz persönlich: Ist dir Jesus Christus wichtig geworden? Möchtest du versuchen, an Gott zu glauben? Willst du dich auf den Weg machen und mehr von ihm erfahren? Willst du zusammen mit anderen Christinnen und Christen deinen noch jungen Glauben einüben? Ist das dein ehrlicher Wunsch, das, was du dir vornimmst? Wenn das so ist, dann antworte: Ja, mit Gottes Hilfe. FRAGE AN DIE ELTERN UND PATEN  Wollt ihr als Eltern, als Paten, als Geschwister, Verwandte und Bekannte auch weiterhin treue Wegbegleiter dieser Jugendlichen sein, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie nach Euren Möglichkeiten fördern und unterstützen, wenn möglich, auch im Glauben? Ist das eure Absicht, so antwortet auch Ihr: Ja, mit Gottes Hilfe. FRAGE AN DIE PRESBYTER und an die GEMEINDE: Wollt ihr als Glieder unserer Gemeinde diesen jungen Leuten zur Seite und ihnen helfen, ihren Glauben zu vertiefen? Wollt ihr ihnen jugendgemäße Formen christlichen Glaubens ermöglichen und sie auch weiterhin in unseren Häusern willkommen heißen? GEBET  Guter Gott, der Konfirmationsgottesdienst, er ist geschafft. Noch ein paar Minuten, dann strömen wir alle aus der Kirche und setzen in den Familien unser Fest fort. Für viele von uns sind damit Sorgen verbunden. Wird alles klappen? Kommt das Essen rechtzeitig? Reicht es? Gibt es vielleicht Streit, böse Worte? Ich bitte dich, segne die jeweiligen Familienfeste. Sei du bei uns, wenn sich gleich unterschiedliche Menschen treffen, um miteinander den Tag zu verbringen. Und heute Nachmittag, heute Abend, morgen früh gehen all diese Menschen wieder ihren eigenen Weg. Sie kehren zurück in ihre Familien, an ihren Arbeitsplatz, zu ihren Herausforderungen, Freuden und Sorgen. Ich bitte dich:  lass uns alle spüren, dass du uns begleitest und uns nicht allein lässt. Lass uns erleben, dass du auch unsere Wege mitgehst und auch uns segnest mit deinen guten Gaben.   





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Stand:  18.04.2010 21:58