Gedanken

Gott lächelt mich an

Gott lächelt mich an

Gott lächelt mich an Wieder mal so ein typischer Herbsttag. Nasskalt und unfreundlich. Irgendwie will es gar nicht richtig hell werden. Das kann schon mal auf´s Gemüt schlagen. Wenn ich dann aber im Gemeindehaus mit einem fröhlichen „Guten Morgen“ begrüßt werde, geht es mir gleich besser. Ein freundlicher Gruß, eine ausgestreckte Hand, strahlende Augen, Momente der Herzlichkeit können einem Tag ein ganz neues Gesicht geben. Auf einmal ist die trübe Herbststimmung verflogen und die Sonne bricht herein. Wie schön, dass auch die Bibel von einem freundlichen Gott spricht. Von einem, der mich anlächelt. Von einem, der mich herzlich grüßt. Von einem, der mich liebevoll anschaut. Von einem, der sein Angesicht über mir leuchten lässt und mir gnädig ist. So heißt es zumindest in dem Segenswort, das oft am Ende eines Gottesdienstes gesprochen wird. Aus diesem Lächeln können wir Kraft schöpfen für die oft mühsamen Herausforderungen des Alltags.

Psalm 23 neu geschrieben

Psalm 23 neu geschrieben

Der Herr ist mein Hirte;
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf grüner Aue
und führet mich auf rechter Straße.

Unterschiedliche Wege gehe ich in meinem Leben, manche freiwillig, andere unfreiwillig. Ich bewege mich auf der Sonnenseite des Lebens, aber auch auf dessen Scheitenseite. Ich erlebe Glücksmomente und Erfolge, aber auch Tiefschläge und Niederlagen. Manchmal kommen sie mir vor wie ein nicht enden wollendes tiefes Tal. Manchmal sind meine Lebenswege Sackgasse.

Ich habe keine guten Entscheidungen getroffen, bin in die falsche Richtung unterwegs. Auch das gehört zu meinem Leben. Aber ich weiß: auf all diesen Wegen ist Gott mit dabei, nicht als eine moralische Instanz, die mir vorhält, wie schlecht ich mal wieder bin, sondern eben als der gute Hirte. Er schenkt mir nur Gutes; er vergibt mir meine Schuld. Er kann auf meinen krummen Wegen gerade schreiben. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Von Hartmut Görler

Vor dem Essen beten?

Vor dem Essen beten?

"Vor dem Essen wird gebetet!", sagt die Großmutter streng zu ihrem Enkel. Das Mädchen schaut fragend auf, faltet die Hände, weiß aber nicht, was das Ganze soll. Früher war es selbstverständlich, dass die gemeinsame Mahlzeit mit einem Gebet eröffnet wurde. Heute findet man diese Praxis eher selten. Und das ist schade. Denn das Tischgebet öffnet die Augen für die kleinen Wunder in unserem Leben. Wenn ich mit Menschen ins Gespräch darüber komme, was sie von Gott erwarten, dann werden oft die großen Dinge benannt. Der Ehepartner soll wieder gesund werden. Die Kinder sollen eine Arbeitsstelle finden. Der Hunger in der Welt soll endlich aufhören. Gute Wünsche und richtige Erwartungen. Aber Gott ist nicht nur für die großen Dinge ansprechbar. Er beschenkt uns vor allem mit den vielen alltäglichen Kleinigkeiten. Und das vergessen wir gerne.
Das Gebet vor dem Essen aber hilft uns, für einen kleinen Moment innezuhalten. Wir nehmen uns einen Augenblick lang Zeit und überlegen, was Gott uns an diesem Tag in unsere Hände gelegt hat. Ein altes Tischgebet lautet so: "Komm, Herr Jesus, sei du unser Gast und segne uns und was du uns (aus Gnaden) bescheret hast." Ein anderes geht so: "Alle guten Gaben, alles, was wir haben, kommt, o Gott, von dir. Dank sei dir dafür". Und während wir das beten, stellt sich natürlich die Frage: Was hat uns Jesus Christus denn eigentlich beschert, gemeint ist geschenkt? Was haben wir nicht alles, das von Gott kommt? Das Gebet vor dem Essen ist ein Nachdenken über die kleine Schätze im Alltag. Das können die Kartoffeln sein im Keller oder die Tasse Kaffee auf dem Tisch. Dass können die Blumen auf der Fensterbank sein oder der Kanarienvogel, der mich grüßt. Letztendlich sind damit sogar die vielen unbewussten Atemzüge gemeint. In dem Losungsbüchlein für Gehörlose habe ich folgenden Spruch gefunden: "/In deinem Leben das erkennen, das dir Freude macht, in deinem Alltag, das Essen und das Trinken, auch die tägliche Mühe und Arbeit. Das will dir Gott schenken" /In diesem Sinne kann ich Ihnen nur wünschen: Mach doch mal ?ne Pause. Eine Denkpause vor dem Essen, und freu dich dran, was Gott dir an diesem Tag geschenkt hat.

Hartmut Görler

 

Monatsspruch September:
Ein Mensch freut sich am Essen und Trinken.
Bei allem seinem Bemühen hat er guten Mut.
Das ist ein Geschenk Gottes.
Prediger 3,13


Stand:  26.03.2015 17:02