EINE-WELT-Laden

Die EINE-WELT-Waren können Sie auch nach den jeweiligen Gottesdiensten in der Stiftskirche, der Dorfkirche Bausenhagen und dem Bonhoeffer-Haus erwerben.

Mit dem EINE-Welt-Laden im Gemeindehaus Stift der evangelischen Kirchengemeinde hat es sich die Evangelische Kirchengemeinde zur Aufgabe gemacht, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.
Die Produkte kommen aus den banachteiligten Ländern dieser Welt. Der "faire Handel" garantiert, dass die Waren unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Die Erzeuger erhalten für ihre Waren fest vereinbarte Preise, die ihnen eine gesicherte Existenz ermöglichen.

Das Sortiment des EINE-WELT-Ladens ist vielfältig:
- Kaffee und Tee in vielen Sorten, für jeden Geschmack
- Honig, Wein, Schokolade und andere Lebensmittel
- Schmuck, Geschenkartikel, Körbe
- Seidenschals  

Ansprechpartner: Susanne Hänsch, 02373 72227

Mit dem Kauf fair gehandelter Waren helfen Sie,
die Welt ein Stück gerechter und menschenwürdiger zu machen.

Gerne stellen wir Ihnen auch Präsentkörbe zusammen oder nehmen größere Bestellungen für Sie auf.

20 Jahre Eine-Welt-Laden: Eine bewegte Geschichte

 

Im Herbst 1993 fing alles an. 10 engagierte Gemeindeglieder wollten miteinander ein Zeichen setzen und auf ungerechte Strukturen im weltweiten Handel hinweisen. Und nicht nur das: sie wollten eine Alternative aufzeigen und den fairen Handel ins Gespräch bringen. Mit einem Startkapital der Kirchengemeinde kauften sie die ersten Produkte für das Weihnachtsgeschäft ein. Als Verkaufsstandort wurde ein Schrank im Gemeindehaus Stift eingerichtet. Eine kluge Entscheidung; denn bis zum heutigen Tag werden dort wöchentliche Verkaufszeiten angeboten. Schon bald gewann die Eine-Welt-Arbeit unserer Kirchengemeinde an Profil. Über den Verkauf von sogenannten „Drite-Welt-Produkten“ hinaus ging es den Ehrenamtlichen vor allem um Bildungsarbeit. Die engagierten Gemeindeglieder trafen sich regelmäßig, um gesammelte Informationen auszutauschen und sich einander auf den neusten Stand zu bringen. Immer weitere Kreise zog ihre Idee. Denn wenig später lud die Arbeitsgruppe eine weitere Öffentlichkeit zu Lichtbildvorträgen mit Eine-Welt-Themen ein. Die Aktiven gestalteten Gottesdienste und gaben Informationen in Schulen und im Konfirmandenunterricht. Auf den Frühjahrs- und Herbstmärkten der Stadt war der Eine-Welt-Laden langezeit vertreten. Ein vorläufiger Höhepunkt des ehrenamtlichen Einsatzes war der sogenannte Eine-Welt-Tag im Mai 2000 auf dem Bruay-Platz. Dort wurden erstmals fairgehandelte Rosen präseniert. Die Gruppe Licht aus Ardey und eine Trommlergruppe sorgten damals für musikalische Unterhaltung. Markenzeichen der Eine-Welt-Arbeit ist seit Jahren die Projektförderung. Die erzielten Gewinne fließen nicht in den Gemeindehaushalt, sondern kommen caritativen und sozialpolitischen Projekten in aller Welt zugute. So wurden u.a. Projekte in Namibia, Litauen, Siebenbürgen, Brasilien und Tansania unterstützt. Mit dem Überschuss es Haushaltsjahres 2012 wurde eine Waschmaschine für eine christlich-muslimisches Frauenprojekt auf Sansibar angeschafft. Für die diesjähre Jugendfreizeit nach Schweden steuerte die Eine-Welt-Gruppe fairgehandelte Lebensmittel bei. Die Kirchengemeinde ist stolz auf ihre Eine-Arbeit und bedankt sich bei allen Ehrenamtlichen, die sich in den zurückliegenden 20 Jahren dafür eingesetzt haben.

FAIR TRADE: Ausdruck des christlichen Glaubens

In Vorbereitung auf das große Lutherjubiläum im Jahr 2017 – 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg – hat sich die Evangelische Kirche von Westfalen jährliche inhaltliche Schwerpunkte gegeben. Für das Jahr 2013 steht der Begriff „Toleranz“ im Mittelpunkt. Verschiedene Aspekte haben wir bereits mit unterschiedlichen Ausgaben des Gemeindebriefes beleuchtet. Heute geht es um den Aspekt des „Fairen Handels“. Als Beispiel soll der Kaffee dienen. Meine Familie und ich haben es in Tansania mit eigenen Augen gesehen: die Kaffee-Ernte ist ein höchst aufwendiges Geschäft. Kaffeebäume werden bis zu 3,5 Meter groß. Sie bilden weiße Blüten, die dann zu roten Früchten werden, die sogenannten Kaffee-Kirschen. Bei der eigentlichen Ernte können Maschinen nicht eingesetzt werden. Jede einzelne Frucht muss mit der Hand gepflückt und geöffnet werden. Denn die rote Haut umschließt jeweils zwei einzelne Kaffeebohnen, die mit dem Schnitt zueinander zeigen. Diese Methode ist zeitlich sehr aufwendig und arbeitsintensiv, zumal Kaffeebäume immer im Schatten von Bäumen und normalerweise an steilen Hängen angebaut werden. Bei der klassischen nassen Aufbereitung bleiben die Bohnen dann für 18 bis 40 Stunden im Wassertank, wo das übrig gebliebene Fruchtfleisch u.a. fermentieren. Jetzt muss der Kaffee schonend getrocknet werden. Auch das geschieht bei den Kaffee-Bauern oft in Handarbeit. Schon diese kleine Zusammenstellung macht deutlich, dass ein Kaffeepreis von 2,99 Euro für 500 Gramm gerösteten Kaffee völlig unangemessen ist. Für eine solche kleine Menge muss ein Kaffee-Bauer schon stundenlang arbeiten, unter Einsatz von Pestiziden und seiner eigenen Gesundheit. Gesellschaften, die Fair-Trade-Produkte fördern, achten darauf, dass die die Produzenten einen fairen und verlässlichen Lohn erhalten, dass bei der Produktion soziale und ökologische Standards eingehalten werden und die Überschüsse in soziale Projekte wie z.B. Brunnenbau und Schulen reinvestiert wird. Letztendlich liegt es an uns als Endverbraucher, ob wir dem Lebensmotto „Geiz ist geil“ folgen und auf dem Rücken der Produzenten billig einkaufen. Wir können aber – so weit es an uns liegt und uns möglich ist - verantwortlich einkaufen und den fairen Handel fördern. Auch das ist ein Ausdruck des gelebten christlichen Glaubens.

 


Quelle:  vom  22.11.17    durch  217.182.132.51 ""