Dorfkirche Bausenhagen

(c) Foto: Sebastian Wimbert

Der folgende Text soll Ihnen einen kurzen Überblick über die Dorfkirche geben.

Die Evangelische Dorfkirche ist zwischen 1180 und 1200 als romanische Wehrkirche errichtet worden. Seit über 800 Jahren wird in ihr den Menschen das Wort Gottes verkündet.
Sie diente den Einwohnern der Palzdörfer auch als Schutzraum in vielen Kriegen und Fehden, die in den Jahrhunderten von den verschiedenen Grundherren über den Landstrich hinweg geführt worden waren. Bis zum Bau einer neuen katholischen Kirche im Jahr 1875 ist sie als St. Agnes-Kirche von beiden Konfessionen („simultan“) genutzt worden.

Der Turm brannte im Jahr 1866 nach einem Blitzschlag fast vollständig nieder und wurde in den Jahren 1872/73 bzw. 1884 wieder aufgebaut.

In den Jahren 1997/98 wurde die Kirche grundsaniert. Anschließend erhielt sie eine zeitgenössischen Innenausstattung und sieben moderne Fenster; sie alle beruhen auf einem der „Ich bin“–Worte Jesu aus dem Johannesevangelium. Der Künstler Andreas Felger aus Gnadenthal (Limburg) hat diese „Predigten aus Glas“ entworfen und war auch bei den Einbauten zugegen.

Das auffälligste Fenster befindet sich in der Apsis des Chorraums. In seiner Farbenpracht verbunden mit einer klaren Formgebung beeindruckt es die Besucher, die die Kirche betreten. Der auferstandene Christus kommt seiner Gemeinde mit ausgebreiteten Armen entgegen. „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Joh. 11,25).

Die Dorfkirche ist eine kleine, einschiffige Hallenkirche. Ihr besonderes Flair gewinnt sie durch das Zusammenspiel von Alt und Modern, von Schlichtheit und kontrastierenden Farbimpulsen der Felger-Fenster.

Die Bänke auf der Südseite der Kirche dürften Ende des 17. Jahrhundert hergestellt worden sein und standen zuletzt in der Klosterkirche Scheda. Nach der Auflösung des Klosters im Jahr 1811 („Säkularisierung“) wurde die Klosterkirche zunächst landwirtschaftlich genutzt, später abgerissen. Die Bänke wurden in die Dorfkirche nach Bausenhagen gerettet.

Die Wangen der Bänke tragen kostbare Schnitzereien. Die Bänke auf der Nordseite wurden 1876 unter Verzicht auf Schnitzereien ergänzt und nur den Umrissen der alten Bänke nachempfunden.

Der Chorraum wird vom Auferstehungsfenster geprägt. Auf der linken Seite befindet sich das Abendmahlsfenster („Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, der wird nicht hungern und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“, Joh. 6,35). Rechts vom Auferstehungsfenster erblickt man das Passionsfenster („Ich bin ein König…“, Joh. 18,37).

Auch der Altar sowie Ambo und Taufstein stammen von Andreas Felger, der die künstlerische Beratung der Innengestaltung übernommen hatte. Auffällig auf dem Altar ein relativ kleines, von Felger erstelltes Altarkreuz. Auch die Entwürfe der Altarleuchter stammen von ihm. Schließlich liegt auf dem Altar auch eine mit Felger-Bildern illustrierte Bibel.

Wegen ihrer überschaubaren Größe (bis max. 100 Sitzplätze) ist die Evangelische Dorfkirche eine beliebte Trau- und Taufkirche. Der achteckige Taufstein stammt ebenfalls von Andreas Felger. Ambo, Altar und Taufstein wurden aus Ruhrsandstein gefertigt, einem Material, das einer romanischen Kirche besonders gut entspricht.

Das Deckenfresko mit einem Durchmesser von 140 cm zeigt Christus, den Weltenrichter („Christus Panokrator“) und stammt aus der Entstehungszeit der Kirche. Es wurde 1957 unter Putzschichten wiederentdeckt. Es ist gleichzeitig Ausgangs- und Endpunkt des theologisch-künstlerischen Konzepts der Kirche. Lassen sich an den Fenstern und ihren „Ich bin“-Botschaften die zentralen Verkündigungselemente Jesu darstellen, so stellt der Chorraum den theologischen Höhepunkt der Kirche dar. Im Zusammenwirken von Abendmahls- und Passionsfenster, dem Altarkreuz als Sinnbild des Todes Jesu, dem Aufsteigen vom Kreuz zum Auferstehungsfenster und dem Überstrahlen als Richter am Ende aller Tage wird die biblische Botschaft eindrucksvoll zusammengefasst. Für Andreas Felger war das Fresko der Ausgangspunkt für die Gestaltung der ganzen Kirche.

Die Kanzel entstand Ende des 17. Jahrhunderts und dürfte als Barockkanzel mit reichhaltigen Verzierungen und Figuren geschmückt gewesen sein.

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Bilder

Jann-Orgel

Im Jahr 2007 erhielt die Kirche eine neue Orgel, sodass wieder anspruchsvolle sakrale Musik in ihrer ganzen Schönheit und Eindrücklichkeit sowohl in Gottesdiensten als auch in Konzerten intoniert werden kann.

Die Besonderheit der Orgel ist, das das zweite Manual keine eigenen Register besitzt, sondern die Register wahlweise im ersten oder im zweiten Manual zur Verfügung stehen (Wechsellade). Dadurch war es möglich, eine zweimanualige Orgel in den nur begrenzt zur Verfügung stehenden Raum zu integrieren, die genügend Möglichkeiten für anspruchsvolle Orgelmusik bietet.

Weitere Informationen zur Orgel hier.

Kirchbauverein

Eng verbunden mit der Grundsanierung und der Neugestaltung des Inneren der alten Dorfkirche ist der Kirchbauverein, der 1996 gegründet wurde. Es war ein Verein, der die Ökumene zwischen der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde verdeutlichte.

In seinem Wirken schien er aus dem Brunnen des Simultaneums vergangener Zeiten neu Kraft und Beständigkeit zu schöpfen. Als die Hauptarbeiten 1998 abgeschlossen waren, konnten die sechs künstlerisch gestalteten Fenster gekauft werden, und schließlich wurde durch die Jann-Orgel 2007 unser Kleinod der Palz anspruchsvoll bereichert.

Weitere Verbesserungen sind von den Mitgliedern des Vereins und darüber hinaus von vielen Helfern der Dorfgemeinschaft bereitwillig unterstützt worden.

Als Verein hatten wir nur 50 – 60 Mitglieder, aber die Zahl derjenigen, die uns stets freudig und bereitwillig unterstützten, war ein Vielfaches. Als wir alle Vorhaben erreicht hatten, und uns ein gesegnetes Gelingen beschert war, lösten wir uns nach 13 Jahren auf. Unser Motto war: Auftrag angenommen – Auftrag mit Gottes Hilfe ausgeführt.

Für uns alle bleibt das gemeinsame Wirken, insbesondere während der Adventsmärkte und der sonstigen Aktionen, unvergesslich.

Herzliches Dankeschön allen, die uns treu begleiteten.


Quelle:  vom  18.11.17    durch  54.196.47.128 ""