Konfirmandenarbeit in unserer Kirchengemeinde

Aktion: Gott ist wie Licht

TEXT:
Wer bist du, Gott...?
Gott, du bist mir ein Rätsel
und zugleich so vertraut.
Ich habe dich noch nie richtig erlebt,
noch nie gespürt, wie ich zum Beispiel Menschen spüre,

und doch weiß ich
oder ich erahne
oder ich glaube,
oder ich hoffe,
dass du da bist
und dass du für mein Leben
ganz wichtig bist.

Wenn ich dich malen müsste,
ich wüsste nicht wie:
du bist für mich wie Farbe
wie etwas Angenehmes,
wie etwas, das mein Leben bunt macht.

Oder bist du vielleicht so etwas wie eine Sonne,
die mir Wärme schenkt,
Behaglichkeit?
In deinem Licht darf ich wachsen, grünen, blühen.

Oder bist du doch eher der Schöpfer der Welt
der ganz am Anfang
auf geheimnisvolle Weise
das Licht geschaffen hat
und alles Leben darin?

Wer bist du, Gott?

Bist du vielleicht wie ein Gesicht,
ein Gesicht, das mich freundlich anschaut,
ein Du,
ein Gegenüber,
Augen, die mich begleiten,
ohne mich einzuschränken und aufzuhalten?
Wer bist du, Gott?
Wer du auch bist,
du bist der Mittelpunkt der Zeit,
das Zentrum der Geschichte,
du bist der Fixpunkt meines Lebens.
Du bist du, Gott.


TEXT:
Meine Hände
ich darf sie nach dir ausstrecken,
um dich zu loben,
um dich zu ergreifen,
um dir meine Bitten zu bringen.
Meine Hände,
ich strecke sie nach dir aus,
damit du das hineinlegst,
was ich brauche.

Oder sind es vielleicht deine Hände,
die sich zärtlich mir nähern,
die mich berühren,
mich streicheln,
die sich mir auf die Schultern legen,
um mir Mut zuzusprechen?

Wenn du nach mir greifst,
wenn du auf mich zu kommst,
wenn du in meinen Leben trittst,
dann wird es hell um mich
dann fallen Strahlen Strahlen der Ewigkeit in meine Zeit,
dann berühren sich Himmel und Erden
mitten in meinem Leben.
Dann bist du, Gott,
mir ganz nahe.

ERZÄHLUNG: Wie eine blinde Frau das Licht der Welt findet
Es ist schon ein paar Jährchen her. Damals wohnte ich noch zusammen mit meiner Famile in Detmold. Ich war junger Pfarrer, noch in der Ausbildung. Mein Mentor, er sprach mit mir durch, was in dieser Woche zu erleben sei. Ich bekam eine Liste von Personen, die ich besuchen sollte. Frau Meier, ich weiß gar nicht mehr, ob sie wirklich so hieß, war ein Sonderfall. Frau Meier war nämlich, und es war Zeit, dass wir sie mal wieder besuchen sollten. Besser gesagt ich. Denn ich sollte alleine zu Frau Meier gehen. Ich war schon ganz aufgeregt. Machte mir viele Gedanken, was mich wohl erwarten würde. Das Heftchen mit den schönen Sprüchen, das ich wie gewohnt in meine Tasche steckte, holte ich bald wieder raus und legte es zur Seite. Ich war nervös, angespannt, verunsichert. Ich klingelte. Es dauerte deutlich länger als an anderen Türen, bis ich hineingelassen wurde. Frau Meier begrüßte mich, mit einer dunklen Sonnenbrille über den Augen. Neben der Haustür stand ihr weißer Stock. Das Mobiliar, die Tische, die Stühle, sie waren in einer ganz bestimmten Ordnung aufgestellt. Das erkannte ich sofort. Das Telefon hatte besonders große Tasten. Die Stifte, die Flaschenöffner, der Korkenzieher, sie alle lagen an einer festgelegten Stelle. An der Wand hing ein Bild, allerdings schief. Die Gardine lag in Falten, aber die Wohnung war ausgesprochen sauber und gut aufgeräumt. Eine ganz eigene Welt, die Welt von blinden Menschen. Wir unterhielten uns. Wir tasteten uns aneinander heran. Sie kannte mich nicht. Ich kannte sie nicht. Ach lesen Sie mir doch bitte etwas vor, sprach mich Frau Meier schließlich an. Ich suchte nach Büchern. Fehlanzeige. Ich schaute nach einer Zeitung. Auch die gab es nicht. „Was soll ich Ihnen denn vorlesen, fragte ich verunsichert zurück?“ - „Haben Sie eine Bibel mit?“, antwortete Sie mit einer Gegenfrage. Für diesen Fall war ich vorbereitet. Ich holte meine Bibel aus der Tasche. Und jetzt? Frau Meier spürte, dass ich zögerte. Ich schlug die Bibel wahllos auf. Ein Evangeliumstext, dachte ich mir, ist vielleicht am verständlichsten. Ich las aus Johannes 8 vor. „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“. Noch während ich so las, wurde mit heiß und kalt. Dieser Text war doch eher unpassend für eine blinde Frau. Ich kam ins Stottern. Einfühlsam sprach mich Frau Meier darauf an. „Ach wissen Sie, ich weiß, warum Sie zögern, aber keine Sorge, für mich sind diese Worte wunderschön!“ „Aber wie kann das sein, wie kann sich eine blinde Frau an dem Licht der Welt freuen?“ dachte ich noch bei mir. Da erzählte sie mir. „Wissen Sie, junger Mann, früher konnte ich sehen, aber vor 15 Jahren bekam ich jene seltsame Entzündung auf der Netzhaut. Die Ärzte versuchten alles, was sie konnten, aber nach und nach wurde es dunkel um mich herum. Und irgendwann, irgendwann konnte ich gar nichts mehr sehen. Ein sehender Mensch wie Sie kann kaum verstehen, wie es mir geht. Sie können nur erahnen, welche Gedanken ich habe, welche Fragen und Sorgen. Bei Jesus ist das anders. Ich glaube, dass er ganz genau weiß, wie es mir geht und was mir durch den Kopf schießt. Er ist sozusagen der einzige, der in meine Dunkelheit hineingetreten ist. Seitdem ich das glaube, bin ich nicht mehr so allein. Ich habe jemanden an meiner Seite, jemanden, der mein Schicksal teilt. In dem Sinne ist Jesus selbst für mich Licht der Welt“ - „Aber sind Sie nicht enttäuscht darüber, dass Gott die Erkrankung nicht verhindert hat bzw. dass Gott Sie nicht geheilt hat?“, fragte ich nach. „Ach wissen Sie, ich habe gelernt, dass Krankheit und Tod zum Leben dazu gehören. Krankheit ist doch keine Strafe, sondern eine Variante des Lebens. Und selbst in der Bibel hat Jesus nicht alle Kranken geheilt. Mein persönliches Wunder ist, dass ich hier in meiner Wohnung trotz meiner Erblindung gut leben kann. Und dass ich immer Freunde habe, die sich um mich kümmern. Und dass ich glauben kann“. Licht der Welt, dachte ich. Frau Meier hat das Licht der Welt gefunden. Für sie ist Gott wie Licht und wie Heil, trotz ihrer Erblindung.


TEXT:
Gott, du bist wie Licht,
und in deinem Licht darf ich wachsen.
Wie eine Blume darf ich mich entfalten.
Ich darf blühen
und anderen Menschen eine Freude sein.
Ich darf Wurzeln schlagen
und groß werden.

Gott, du bist wie Licht,
das auf mich fällt
in deinem Licht werfe ich Schatten.
Ich werde zu einer Persönlichkeit,
zu einem Ich.
In einem Licht
darf ich ich sein.

Gott, du bist wie Licht.
Wie ein großer bunter Regenbogen
so erhebst du dich über meinem Leben.
Bei dir bin ich geborgen,
bei dir bin ich zu Hause,
bei dir ist die Fülle des Lebens.

Gott, du bist wie Licht.
Bei dir scheidet sich gut und böse,
gerecht und ungerecht,
richtig und falsch.
Du bist die Wahrheit, Gott,
die Wahrheit, die mir den Weg weist.
Gott, du bist wie Licht.
Dafür danke ich dir.


KURZE TEXTE zu Bildern

Grün. Grün ist die Hoffnung. Ich hoffe auf dich, Gott. Ich hoffe, dass du zu mir kommst und mir Licht gibst.

Bunte Schichten. Eine über der anderen. So bunt wie mein Leben mit seinen unterschiedlichen Schichten. Danke Gott, du hast mir mein Leben gegeben.

Rot. Ein kräftiges Rot erzählt von dir, Gott. Rot ist die Liebe. Du hast mich geliebt. Du liebst mich hier und jetzt. Und du wirst mich lieben, bis in Ewigkeit.

Eine Raute, auch sie kann von meinem Leben erzählen.
Du, Gott, setzt den Rahmen für dein Leben, und ich darf es frei gestalten. Ich darf diese Farben wählen und jene. Aber die große Klammer meines Lebens bist du, Gott. Du bist das A und das O, der Anfang und das Ende. (RAUTE)




SEGEN:
Dein Engel
begleitet mich auf meinen Wegen.
Zuhause. In der Freizeit. In der Schule. Im Beruf.
Wenn du mich segnest, Gott.

Dein Engel
lässt mich nicht allein.
Im Stress. Im Streit. Am Krankenbett. In der Einsamkeit.
Wenn du mich segnest, Gott.

Dein Engel
er wirft auf meine Dunkelheiten dein Licht.
Ich darf strahlen
vor Freude, vor Hoffnung, vor Glück.
Ich darf gestärkt meinen Weg gehen,
wenn du mich segnest, Gott.

Ich werde selber zu einem Engel
und darf anderen Menschen Licht bringen,
wenn du mich segnest, Gott.

Ich darf hinaustreten
die Welt entdecken,
mich von dir beschenken lassen,
und mein Leben leben,
wenn du mich segnest, Gott.
Deshalb bitten wir, segne uns und schenk uns dein Licht.





Stand:  08.05.2011 00:58  




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